Aufbissschienen – kleine Helfer mit großer Wirkung

Aufbissschienen – kleine Helfer mit großer Wirkung

Morgens aufwachen mit verspannter Kiefermuskulatur, Kopfschmerzen oder empfindlichen Zähnen? Oft steckt nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) oder Pressen dahinter. Viele Menschen verarbeiten Stress im Schlaf über das Kausystem. Die Kräfte, die dabei wirken, sind enorm und können langfristig zu schweren Schäden an Zähnen, Kiefergelenken und der Muskulatur führen. Hier kommen Aufbissschienen ins Spiel – unscheinbare Kunststoffschienen mit großer Schutzwirkung.

Wie funktioniert eine Aufbissschiene?

Eine Aufbissschiene, oft auch "Knirscherschiene" oder Michiganschiene genannt, wird in der Regel aus durchsichtigem Kunststoff gefertigt und meist nachts auf den Zähnen des Ober- oder Unterkiefers getragen. Sie erfüllt mehrere Funktionen:

  • Schutz der Zahnhartsubstanz: Die Schiene verhindert den direkten Kontakt zwischen den oberen und unteren Zähnen. Der Abrieb (Abrasion) findet auf dem Kunststoff der Schiene statt, nicht auf dem Zahnschmelz.
  • Entlastung der Kiefergelenke: Durch die Schiene wird der Biss leicht "gesperrt", was den Druck auf die empfindlichen Strukturen im Kiefergelenk reduziert.
  • Entspannung der Muskulatur: Eine speziell justierte Schiene kann die unbewussten Bewegungsmuster des Knirschens unterbrechen oder abmildern, was zu einer spürbaren Entspannung der Kaumuskulatur führt.

Arten von Schienen

Nicht jede Schiene ist gleich. Je nach Diagnose und Zielsetzung gibt es unterschiedliche Typen:

  • Einfache Schutzschienen: Dienen primär dem Schutz der Zähne vor Abrieb.
  • Reflexschienen / Aufbissbehelfe mit adjustierter Oberfläche: Diese werden im Labor präzise so gestaltet, dass der Unterkiefer in eine entspannte Ruheposition geführt wird. Sie erfordern eine genaue Funktionsanalyse und Bissnahme durch den Zahnarzt.
  • Schnarcherschienen (Protrusionsschienen): Diese halten den Unterkiefer im Schlaf vorne, um die Atemwege offen zu halten und Schnarchen zu reduzieren.
  • Sportschutzschienen: Für Sportarten mit Verletzungsrisiko (z.B. Hockey, Boxen) – diese sind meist weicher und dicker, um Stöße zu dämpfen.

Der Weg zur individuellen Schiene

Schienen "von der Stange" oder aus der Drogerie sind oft ungenau und bieten selten den gewünschten therapeutischen Effekt. Eine professionelle Aufbissschiene ist immer eine Maßanfertigung:

  1. Abdrucknahme/Scan: Der Zahnarzt nimmt Abdrücke oder scannt die Kiefer digital.
  2. Herstellung im Labor: Wir fertigen die Schiene auf den Modellen Ihres Kiefers an. Dabei verwenden wir hochwertige, allergiearme Kunststoffe.
  3. Anpassung: Der Zahnarzt setzt die Schiene ein und kontrolliert den Sitz sowie die Kontakte zum Gegenkiefer, um eine gleichmäßige Belastung sicherzustellen.

Pflege der Schiene

Damit die Schiene lange hygienisch bleibt, sollte sie morgens mit Wasser und einer Zahnbürste (ohne Zahnpasta, da diese Kratzer verursachen kann) gereinigt werden. Spezielle Reinigungstabletten können gelegentlich verwendet werden. Bewahren Sie die Schiene tagsüber trocken in einer dafür vorgesehenen Dose auf.

Aufbissschienen sind eine einfache, nicht-invasive, aber hochwirksame Therapie. Sie schützen Ihr wertvolles Lächeln vor den Folgen von Stress und Fehlbelastung.